Medienworkshop 2006

 

17. bis 19. November 2006

 

Der dritte Buchinger Medienworkshop für Journalistinnen und Journalisten ist erfolgreich zu Ende gegangen. Thema der diesjährigen Veranstaltung, zu der wir renommierte Fachleute wie Heiko Ernst, Chefredakteur der Zeitschrift „Psychologie Heute“, und Prof. Dr. med. Gerald Hüther, Leiter der Abteilung für neurobiologische Grundlagenforschung an der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen gewinnen konnten, war:

 

 "Glücklich - mit fast nichts"

 

Dr. Otto Buchinger sen., der Erfinder des Heilfastens und Gründer von Buchinger Bodensee, hat sich in seiner Fastenphilosophie intensiv mit dem Thema des menschlichen Glücks auseinander gesetzt. Damit steht er in einer illustren Reihe von Wissenschaftlern und Philosophen, die seit der Antike über das Wesen und die Voraussetzungen des Glückes reflektiert haben. Der gemeinsame Vortrag der Buchinger Direktoren Françoise Wilhelmi de Toledo und Raimund Wilhelmi über Otto Buchingers Fastenphilosophie bildete so den kongenialen Auftakt zum Medienworkshop 2006, dessen Motto „Glücklich - mit fast nichts“ die eingeladenen Experten aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten.

 

Voller Esprit und Humor entfalteten die Wilhelmis in ihrem Doppelvortrag - einer gelungenen Premiere, die durch Musikeinspielungen und Diaprojektionen das Publikum in seinen Bann schlug – die Thesen Otto Buchingers. Getreu seiner auf Selbsterfahrung beruhenden Erkenntnis „Im Fasten geht es dem Körper gut, aber die Seele hungert“, widmete dieser sich ganz besonders der psychisch-seelischen Dimension des Fastens. Seine Erkenntnis: es gibt genügend „Nahrungsmittel“ für die Seele, man muss sich ihnen nur öffnen. Während des Fastens verzichtet der Mensch auf das gewohnte Essen und Trinken und kann sich ganz auf seine inneren Bedürfnisse konzentrieren. Dadurch erhält er die Chance, die „Diätetik der Seele“ zu genießen. 1947 fasste er in seinem Buch „Zur Hygiene des inneren Menschen“ seine Überlegungen zu neun Hauptpunkten zusammen, die sein Enkel, Raimund Wilhelmi, in seinem Vortrag lebendig zitierte. Ausschlaggebend ist für Otto Buchinger sen. demnach:

 

  • Der Mensch muss im Einklang mit seiner Arbeit stehen und sie gerne tun. Wichtig sind dabei jedoch auch die entsprechenden Pausen.
  • Der geistig bewegte Mensch muss Lesen.
  • Der Mensch ist umgeben von „guten Begleitern“, die er durch via Mantren, Lyrikstellen, Versen, Hymnen uvm. anlocken kann.
  • Die Natur ist ein „Heilbad“ für die Seele, die man vor allem durch Wanderungen erkunden soll.
  • Die Musik wirkt durch Rhythmus, Klang und Melodie tief auf den Menschen und alle Lebewesen.
  • Die Bildkunstbetrachtung gibt reichlich Nahrung für die Seele.
  • Der Humor ist die Würze des Lebens und gleichzeitig die beste gesundheitliche „Seelenausrüstung“, denn er stärkt das Immunsystem.
  • Durch das Ausüben eines Nebenamtes, sozialer Aufgaben und tätiger Nächstenliebe erfährt der Mensch Glück.
  • Meditation und Adoration. Das Nachdenken über den Sinn des Lebens beinhaltet auch, dass erlebtes Glück auch bewusst wahr genommen wird und man dankbar dafür ist, was man hat. In der Stille der Meditation erreicht man inneren Frieden und erlebt einfach nur die Präsenz seiner selbst.

 

Fasten eröffnet nach Meinung von Dr. Otto Buchinger sen. dem Menschen die Möglichkeit, sich wieder autonom zu fühlen. Alle Sinne werden beim Fasten geschärft, die Selbstheilungskräfte stimuliert und auch das Loslassen können von Dingen und Vorstellungen wird erfahren. Wenn man sich als Subjekt und nicht als Objekt des Geschehens sieht, wird auch das Unmögliche möglich. So zum Beispiel eine Zeit lang ohne Essen auszukommen. Diese Grenzerfahrung, die in Grenzerweiterung übergeht, erzeugt Glücksgefühle.

 

Über Otto Buchingers Verständnis von "Glück" sprachen Françoise Wilhelmi de Toledo und Raimund Wilhelmi am Einführungsabend des Medienworkshops.

 

Aber was ist Glück und wie können wir es festhalten?

 

Heiko Ernst, Chefredakteur von „Psychologie Heute“, und der Göttinger Hirnforscher Prof. Gerald Hüther sind dieser uralten Menschheitsfrage in Überlingen auf den Grund gegangen. Die neuesten Erkenntnisse der Neurologie und der Psychologie fördern Überraschendes zu Tage: jeder hat die Fähigkeit zum Glücklichsein und Glück erleben die Menschen vor allem in der Arbeit.

 

Vor Fachjournalisten referierte der renommierte Professor Gerald Hüther von der Psychiatrischen Klinik der Universität Göttingen über den gerade statt findenden „Umbruch im Weltbild der Hirnforschung“. Lange glaubten die Hirnforscher, dass Gefühle letztlich nur das Ergebnis von Veränderungen der „Hirnchemie“ sei. Die Einnahme von Drogen oder die Effekte glücklich machender Psychopharmaka wie Prozac schienen das zu bestätigen. Dann schien die Computertomographie mit Hilfe ihrer farbigen Hirnbilder die „Gefühlszentren“ entdeckt zu haben. Denn bei bestimmten Aktivitäten leuchteten bestimmte Hirnregionen auf. Bald wurde allerdings deutlich, dass die mit einem bestimmen Gefühl im Gehirn einhergehende „Aktivierungsmuster“ individuell sehr unterschiedlich ausfielen. Den entscheidenden Grund dafür sieht Prof. Gerald Hüther in den Vorerfahrungen, die das Gehirn schon in der Reifungsphase macht und die durch spätere Erfahrungen ergänzt werden.

 

Sein Konzept der „erfahrungsabhängigen Plastizität neuronaler Verschaltungen“ bedeutet, dass das Gehirn lebenslang veränderbar, ausbaubar und anpassungsfähig bleibt. Zwar werden Gefühle wie Freude durch spezielle Botenstoffe transportiert, die bestimmte Nervenzellverbindungen aktivieren. Aber die komplexen Netzwerke und Verschaltungen, die darüber entscheiden, was und wie man zum Beispiel nach Glück sucht, werden erst im Lauf der Entwicklung in ganz bestimmter Weise angelegt, gefestigt und stabilisiert.

 

„Die Erfahrungen, die ein Mensch macht, entscheiden, was er als Glück empfindet“, stellt Gerald Hüther fest. Je mehr Möglichkeiten seines geistigen und kreativen Potentials er nutzt, desto glücklicher ist er. Die Voraussetzung dafür werden schon in der Kindheit angelegt. Je mehr Probleme vom Kind eigenständig gelöst werden können, desto mehr Anlagen zum Glücklichsein entwickelt es. „Größere Anstrengungen machen stark.“ Übersetzt in die Sprache der Hirnbiologie heißt das: mehr gebahnte Verschaltungsmuster werden im Gehirn verankert, die zur Problemlösung beitragen. Umgekehrt erzeugen früh verstärkte Angstmuster im Hirn für den gegenteiligen Effekt. Man gerät in einen Teufelskreis aus Stress und Angst.

Hirnverflechtungen verstärken sich, wie Untersuchungen zeigen, gleichermaßen nach belohnenden Glücks- wie nach Angsterfahrungen. Wie aber den lähmenden Gefühlen von Angst und Unzulänglichkeit entkommen? „Die Bewertung der Situation ist entscheidend. Man muss Vertrauen haben. Denn erst die bringt die nötige Ruhe ins Gehirn, ohne die sonst die Angst nicht überwunden werden kann“, sagt Gerald Hüther.

 

Wie wichtig die subjektive Einstellung des Menschen ist, um glücklich zu sein, betonte auf dem Buchinger Medienworkshop auch Heiko Ernst, Chefredakteur von „Psychologie heute“. Für ihn ist das Streben nach Glück ein heimliches Leitthema der Gesellschaft. „Glück ist ein Lebensziel, das machbar scheint, wenn man bestimmte Dinge besitzt.“ So suggeriere es zumindest unsere auf Spaß und Vergnügen ausgerichtete Kultur. In unzähligen Werbebotschaften werde Glück als Ware angepriesen. „Konsumieren soll uns glücklich machen“.

Das permanente Vergleichen mit dem „Glück“, anderer, ihres Reichtums, ihrer Schönheit oder Intelligenz, führt auf Dauer jedoch zu Depressionen. Dabei sind Schöne oder Reiche nicht glücklicher als andere, so die wissenschaftliche Erkenntnis. Seit rund 15 Jahren versucht die Glücksforschung herauszufinden, was Glücklichsein bedeutet und wie man es auf Dauer bleiben kann.

Heiko Ernst spannt einen weiten Bogen, der von der Glücksauffassung der griechischen Philosophen bis hin zur modernen Psychologieforschung reicht. Denn die antiken Vorstellungen des epikuräischen Hedonismus, des Strebens nach Genuss, und der Eudämonie aristotelischer Prägung, die sich der Selbstvervollkommnung widmet, beeinflussen auch heute noch den Diskurs vom „guten Leben“. Erst seit relativ kurzer Zeit haben Psychologen „Glück“ als Forschungsgebiet entdeckt. Durch Beobachtungen und Befragungen haben sie seit rund 15 Jahren empirische Erkenntnisse gesammelt, die es ermöglichen, „Faktoren des Glücks“ zu benennen, sagt Heiko Ernst. Dabei spielen vor allem drei Faktoren eine entscheidende Rolle: Autonomie, Kompetenz und Bezogenheit. „Erst wenn das Bedürfnis nach Freiheit und Selbstbestimmung (Autonomie), nach Bindung und Verbindung mit anderen (Bezogenheit) und nach Kompetenz, dem Gefühl seine Fähigkeiten verwirklichen zu können und damit andere zu beeinflussen, gelebt werden können, empfindet man Glück“.

 

Der amerikanische Psychologe Ed Diener hat in diesem Zusammenhang festgestellt, dass es dabei nicht auf die Intensität des Glücksgefühls ankommt, sondern auf die Häufigkeit positiver Gefühle im Gegensatz zu den negativen. Das kleine Glück zwischendurch befriedigt mehr, als das Streben nach dem großen. Materieller Überfluss ist dabei kein Garant für Glück. „Wenn die Grundbedürfnisse befriedigt sind, bringt ein Zuwachs an Reichtum nicht mehr Glück, sondern Stress.“ Ein Trugschluss sei auch der Gedanke: „Wenn ich das neue Auto habe, bin ich glücklich.“ Die Menschen überschätzten oft die guten Gefühle, die durch Kauf oder Erfüllung eines Traumes erwartet würden und unterschätzten oft, das was wirklich zähle: Nämlich Erlebnisse, Erfahrungen von Gemeinschaft, die Überwindung von Problemen und das Anvisieren realistischer Ziele. Denn Glück kann nur der empfinden, der weiß was Unglück ist, so die Erkenntnis der Wissenschaftler.

 

Schwere Schicksalsschläge führen jedoch nicht unbedingt auf Dauer zu Gefühlen des Unglücklichseins. „Die Psyche reguliert das Anspruchsniveau in Relation zu den tatsächlichen Lebensumständen“, erklärt Heiko Ernst. Verdrängen können, sich selbst nicht ständig zu hinterfragen und die Konzentration auf das Wesentliche sind Strategien, glücklich zu sein. Überraschende Erkenntnis, so Heiko Ernst, ist die Tatsache, dass viele Menschen bei der Arbeit die meisten Glücksmomente erleben. Vorausgesetzt, sie können sie autonom ausführen. Im Diskurs zwischen Hirnforschung und Psychologie erscheint als Schnittmenge folgende Erkenntnis: jeder hat die Fähigkeit zum glücklich sein, aber jeder ist auch seines Glückes Schmied.

 

Heiko Ernst, Chefredakteur von "Psychologie Heute" referierte über die Faktoren, die das Glücklichsein bedingen.
Prof. Dr. Dr. Gerald Hüther vermittelte faszinierende Einblicke in die Physiologie des Glücks.

 

„Das Glück im Alltag“

 

Um konkrete Handlungsanweisungen, wie man sein Glück schmieden und sein „Glück im Alltag“ finden kann, ging es im Vortrag von Krishna Viswanathan, Experte für Coaching, Supervision und Kommunikationstraining. Er stellte seine Ausführungen unter ein Zitat von Eckhard Tolle: „Was immer der gegenwärtige Moment enthält, nimm es an, als hättest du es selber so gewählt. Gehe mit, gehe nicht dagegen an. Mache den Moment zu deinem Freund und Verbündeten, nicht zu deinem Feind. Das wird auf wundersame Weise dein ganzes Leben verwandeln. („JETZT! Die Kraft der Gegenwart“, S. 47).

 

Das Glück liege in der Gegenwart, so Krishna Viswanathan. Aber aus vielerlei Gründen erkennt man es oft nicht. Vor allem die inneren Glücksbremsen sind dafür verantwortlich. Wer sich fragt „Darf ich glücklich sein?“, verbaut sich das Glück bereits. Dabei hat jeder Menschen das Potenzial, glücklich zu sein, aber nutzt es kaum. Ein Grund: die mangelnde Ruhe im oft hektischen und fordernden Alltag. Krishna Viswanathan: „Nicht die äußeren Ereignisse und Gegebenheiten bestimmen über unser Glück, sondern unser eigener Umgang damit.“ Wie sehen wir uns selbst? Diese Frage muss am Anfang stehen. Die Haltung, mit der man anderen Menschen und Dingen begegnet, entscheidet über die innere Befindlichkeit. Bin ich Opfer der Ereignisse oder entscheide ich selbst? Nehme ich Probleme als Chancen oder als unüberwindbare Hindernisse wahr?

 

Krishna Viswanathan zeichnet nach, wie der Mensch durch das Ablehnen, Kritisieren oder Verurteilen seiner augenblicklichen Situation oder seiner selbst sich Stress erzeugt. Dadurch werden Handlungsmöglichkeiten blockiert und es fällt dem Einzelnen schwer, die Gegenwart anzunehmen und zu erleben, wie sie ist. Der Coachingexperte empfiehlt dagegen das Jetzt und sich selbst zu akzeptieren. Denn wer nicht gegen etwas kämpft und dadurch weniger Stress hat, kann sich leichter entspannen und zur Ruhe kommen. „Indem wir die Gegenwart bejahen und dadurch entspannt wahrnehmen, können wir unseren Verstand und unsere innere Weisheit nutzen, um gelassen die eigenen Möglichkeiten zu überprüfen und die nächsten Schritte zu entscheiden,“ sagt er. Dadurch werde es leichter, die momentan verfügbaren schönen und erfreulichen Erfahrungen des Alltags zu erkennen und zu genießen, ohne von ihnen abhängig zu sein. Gleichzeitig öffnet sich der Blick für die vorhandenen Möglichkeiten. Man erkennt, welche Dinge man verändern kann und welche nicht und vermeidet dadurch unnötigen Stress.

 

Wege zum Glück sind in den Augen Krishna Viswanathans die Präsenz in der Gegenwart, die Achtsamkeit für die inneren Gefühle, die Akzeptanz zu Menschen und Dingen, die Haltung, die man der Umwelt entgegenbringt, die bewusste Entscheidung für bestimmte Werte und die Ruhe und Stille, sich all dies klar zu machen. Dabei können Rituale helfen, die man als Glücksinseln in den Tagesablauf einplant. Entscheidend ist auch einen Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung in den zentralen (physisch, mental, emotional, spirituell) Lebensbereichen zu finden und der bewusste Entschluss, sich glücklich zu fühlen. Krishna Viswanathan zitiert in diesem Zusammenhang den Schriftsteller Lawrence Durrell. „Das Glück beruht oft nur auf dem Entschluss, glücklich zu sein.“

 

Folgendes empfiehlt der Coaching Experte dafür in der Praxis:

 

  • sich morgens sich für einen guten Tag entscheiden
  • das Beste erwarten
  • ein positives Tagesmotto wählen
  • das Glücklichsein als etwas Selbstverständliches annehmen
  • bejahen was im Leben geschieht
  • akzeptieren, dass alles seinen Sinn hat
  • bewusst Dankbarkeit fühlen
  • die positiven Möglichkeiten im Leben vorausahnen.

 

Mehr Leichtigkeit und Lebensfreude, Gesteigerte Ruhe und Gelassenheit, ein schnelles inneres Wachstum und eine erhöhte Wahrnehmung für andere Menschen sind die positiven Auswirkungen dieser Verhaltensweisen die, ökonomisch betrachtet, von großer Relevanz sind. Krishna Viswanathan: „Wer es schafft, sich von vornherein glücklicher zu fühlen, ist auch erfolgreicher.“

 

Der Coach und Organisationsberater Krishna Viswanathan gab Empfehlungen, wie man zu mehr Glücksmomenten im Alltag findet.

 

Die Kraft der Stille

 

Die spirituelle Dimension des Glücks behandelte Dr. Christian Kuhn, ärztlicher Leiter der Klinik Buchinger, in seinem Vortrag „ Die Kraft der Stille“. Bezug nehmend auf die Ausführungen von Heiko Ernst, sieht auch Dr. Christian Kuhn die Haben-Komponenten Geld, Macht, Ruhm, die in unserer heutigen Gesellschaft als Glücklichmacher gelten, kritisch. Machen sie die Menschen doch eher unglücklich.

 

Dr. Christian Kuhn betrachtet das Glück als eine Seinserfahrung, die jeder in seinem Inneren trägt. Fasten, Schweigen, Meditieren vertiefen diese Erfahrung. Er betont den wichtigen Weg der Selbsterkenntnis. Nur wer sich selbst als Abbild des Göttlichen erkennt, kann auch Glück in der Einheit mit der transzendenten universellen Liebe erfahren. Diese Gedanken sind schon Jahrtausende alt. So sieht der Buddhismus das Leben als Leiden, das gewissen Ursachen hat. Die Begierde nach Macht, Geld, Ruhm und die Unwissenheit über die entsprechenden Zusammenhänge des Glücks führen zu Unglück. Aber das Leiden kann durch die Wendung nach Innen überwunden werden. Dazu dient im Buddhismus die Meditation, die verschiedene Stufen kennt.

 

Stufen der Meditation:

  1. Geistige Ruhe: Konzentration auf Atem, Mantra, Achtsamkeit für Körper, Seele, Geist.
  2. Geistige Einsicht Weisheit, Leerheit, das Absolute, Karma-Gesetz, All-Einheit
  3. Geistige Übung: Liebendes Mitgefühl, Verzeihen, Geduld, Toleranz
  4. Geistige Versenkung: Mystische Einheits-Erfahrung; Nicht-Denken
  5. Geistige Erleuchtung: Erkennen der eigenen Buddha-/Christus-Natur; Selbst-Wesensschau; Verlöschen des Verlangens; Befreiung aus Samsara

 

Dr. Christian Kuhn zählt sieben geistige Gesetze des Glücks auf, die jeder Mensch einfach beachten kann:

 

1. Gesetz des kreativen Potentials

 

Schöpferisches Selbst (statt Ego) manifestiert sich in der Schöpfung, Stille-Meditation, Achtsamkeit und Achtung, Vertrauen.

 

 

2. Gesetz von Geben und Empfangen

 

Leben ist Energiefluss und dynamischer Austausch, materiell und nichtmateriell. Viel schenken, heißt viel bekommen.

Ich schenke was ich mir selbst wünsche (Liebe und Glück)

Ich empfange dankbar, was mir gegeben/geschenkt wird.

 

 

3. Gesetz von Ursache und Wirkung

 

„Ihr werdet ernten, was Ihr gesät habt“. Was heute ist, wurde früher verursacht. Wie kann ich Leiden erlösen? Was kann ich lernen? Krise ist Chance Heute wird verursacht, was morgen sein wird. Jeder ist seines Glückes Schmied. Wird diese Entscheidung auch Anderen Glück bringen? Fühle ich mich damit wohl?

 

 

4. Gesetz von Akzeptanz und Verantwortung

 

So wie es ist, ist es in (sinnvoller) Ordnung. Ich übernehme   die Verantwortung für das Hier und Jetzt (auch für meine Probleme).

Ich verzichte auf (gewaltsamen) Widerstand. Verzeihen ist Voraussetzung, dass Schmerz aufhören kann. Ich übe Geduld, Toleranz und Mitgefühl.

 

5. Gesetz von Wunsch und Verwirklichung

 

Ich akzeptiere Vergangenheit und Gegenwart. Ich erschaffe heute die Zukunft im Einklang mit dem Universum Meditation-Wunsch-Weisheit von Offenheit und Vertrauen. Das Universum kümmert sich um die Einzelheiten („wer sucht der findet“)

 

 

6. Gesetz des Loslassens

 

Befreiung von der Vergangenheit (Konditionierung). Offenheit und Vertrauen in die Weisheit der unsicheren Zukunft. Unsicherheit ist auch die Freiheit für alles Mögliche. Achtsamkeit in der Gegenwart für den glücklichen „Zufall“.

 

 

7. Gesetz vom Sinn des Lebens

 

Mein Wahres und Höheres Selbst, das Göttliche in mir, strebt nach

schöpferischer Verwirklichung. Wo liegen meine Begabungen?

Wie kann ich damit am besten anderen helfen.

 

Dr. Christian Kuhn referierte über die spirituelle Dimension des Glücks.

 

 

„Wie Musik uns glücklich macht“

 

 

Den Kreis der renommierten Referenten schloss der Musikexperte Professor Günter Jena. Er griff dabei einen der Faktoren, die nach Ansicht von Dr. Otto Buchinger sen. zum Glück beitragen, gesondert auf. Er stellte seine Ausführungen unter den Titel „Wie Musik uns glücklich macht“ und zitierte den großen Leonard Bernstein: „Die Begegnung mit Musik ist wie ein Liebesakt. In beiden bin ich ganz bei mir und zugleich ganz außer mir. Ein seltsamer, überbordender Glückszustand - für den Musiker wie für den aufmerksamen Hörer.“

 

Kleinigkeiten schon bringen den Musik Begeisterten zum Entzücken. So etwa das Aufleuchten eines Dur-Akkords in der Düsternis eines Moll-Stückes. Wer sich darüber nicht wundern, nicht tief aufatmen kann – der sollte lieber keine Musik machen. Oder besser: der sollte mehr Musik machen oder hören, um sich wundern zu lernen, so Günter Jena.

Wie oft in der Natur, etwa in der früh kindlichen Entwicklung, wurde auch in der Musik immer wieder das Absterben einer Entwicklung, eine neue Armut zum zukünftigen Reichtum. So sieht Jena die Reduktion der ursprünglich sechs Tongeschlechter auf nur zwei (Dur und Moll), positiv, denn sie bescherte uns die Möglichkeit von 24 Tonarten mit all ihren unterschiedlichen Charakteristika. Gleiches gilt für die Überwindung der Tonalität im 20. Jahrhundert, die neue Klänge, neue Visionen, die Befreiung der Dissonanz aus dem Zwang zur Auflösung schenkte.

 

Musik wirkt wie keine andere Kunst direkt auf den Menschen: Im Strömen der Melodie findet man alles, was in einem fließt: also die „E-motionen“. So kann die Kraft des Rhythmus beruhigen oder antreiben. Mannigfache Gegensätze in der Musik machen den Geist weit und reich. Von Orpheus, dem Urvater aller Musik, wird berichtet: Er konnte tote Steine bewegen (also die Menschen aus innerer Starrheit befreien) und wilde Tiere zähmen (also überschäumende Emotionen zur Ruhe bringen).

Dies alles vermag Musik, weil sie in unserem Körper angelegt, uns also ganz natürlich vertraut ist. Denn „ein wohl proportionirter Mensch hat die Musicalischen Proportiones in seinen Gliedern.“ (Andreas Werckmeister)

 

„Musik macht uns glücklich, indem sie unsere Gefühle bestärkt, bekräftigt, deutlicher, klarer ausrückt, als wir es könnten. So verhilft sie zu Identität. Sie kann uns aber auch dadurch beglücken, dass sie Gefühle erweckt, die uns scheinbar fremd sind, die in uns schlummern und nur darauf warten, wach geküsst zu werden. So vermag Musik Konflikte zu lösen, lange bevor sie in uns hervorbrechen“, fasst Günter Jena die Wirkung der Musik zusammen.

 

Dabei macht nicht das Wissen über Musik glücklich, sondern nur die Musik selbst. Günter Jena hält es hier mit Goethe: „Musik“ sagte dieser, „hab ich mir kommen lassen, die Seele zu lindern und die Geister zu entbinden“.

 

Professor Günter Jena sprach über die Glücksgefühle, die Musik in den Menschen weckt.
 
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